Das Café am Rande der Welt 

Friday, June 10, 2011 7:58:00 PM

John war schon immer ein fleißiger Mensch. In der Schule bereitete er sich auf das Hochschulleben vor. Danach arbeitete er an der Universität ehrgeizig daran sich für die Arbeitswelt zu rüsten. Dort angekommen begann er konsequent an seiner Karriere zu feilen. Nun sitzt er zehn bis zwölf Stunden in seinem Büro. John hat viel erreicht.

Mit einem vagen Gefühl der Unsicherheit, begleitet von der leisen Frage, ob das Leben vielleicht nicht doch noch etwas anderes zu bieten hat, macht er sich auf den Weg in den Urlaub. Rasch wird die Route zum Urlaubsziel ausgedruckt. Doch alles kommt ganz anders, als John über den Highway hinein in einen Stau rast. Vollsperrung. Die Aussicht auf ein schnelles Vorankommen schwindet.

In seiner Frustration nimmt der gehetzte Manager die nächste Ausfahrt und verirrt sich dabei im Nirgendwo. Lange geschieht nichts, bis er am Rande der Welt ein Café erblickt. Dort angelangt hofft er eine Wegbeschreibung zu erhalten. Doch die Auskünfte, die er erhält, berühren ganz andere Fragen. So wird ihm Casey, die sanft lächelnde Bedienung, zu einer kurzen Begleiterin auf seinem Weg zu sich selbst. Hier erhält er, neben einem fantastischen Frühstück, Nahrung für die Seele.

Auch der Leser erhält die Gelegenheit mitzuessen und sich mit den essentiellen Fragen des Seins auseinanderzusetzen, ohne dabei hohle oder vorgefertigte Antworten mit hoher Augenscheinvalidität aufgetischt zu bekommen. Stattdessen werden hier gut verträgliche Häppchen serviert, die mit amüsanten Bildern angereichert werden. Da das Auge bekanntermaßen mit isst, ist diese Speise des dtv-Verlages unserer Meinung nach ein gelungenes, in sich geschlossenes Festmahl, das satt macht.